Förderung der gesunden psychischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Broschüre

Förderung der gesunden psychischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Projektbeispiel

Irrsinnig menschlich e. V.

Kontext: Vernetzung und Verstetigung von Angeboten zur Aufklärung über und Prävention von seelischen Störungen.

Zielgruppe: Kinder, Jugendliche und Familien (auch, aber nicht dezidiert mit Migrationshintergrund) an Schulen.

Themen: Seelische Gesundheit, Prävention seelischer Störungen, kulturspezifische Besonderheiten.

Träger: Freier Träger.

Hintergrund

»Irrsinnig Menschlich« ist ein gemeinnütziger Verein und Träger der freien Jugendhilfe in Leipzig. Ziel des Vereins ist es, psychische Gesundheit zu fördern, indem er Schülerinnen und Schülern Informationen über den »Schatz seelischer Gesundheit « und über dessen Pflege in der Klasse und in der Familie vermittelt.

Schulprojekt »Verrückt? Na und!: Seelisch fit in Schule und Ausbildung«

Obwohl viele psychische Störungen vor dem 20. Lebensjahr auftreten und oft hinter Problemen wie Drogen- und Alkoholmissbrauch oder Gewalt- und Mobbingerfahrungen stehen, gibt es nur wenige kinder- und jugendspezifische Präventionsansätze zur Verhütung von seelischen Erkrankungen und zur Erhaltung und Förderung der seelischen Gesundheit. »Verrückt? Na und!« initiiert die Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit Menschen, die Erfahrungen mit psychischen Gesundheitsproblemen haben. Auf diese Weise wird nicht nur der Austausch mit »Expertinnen und Experten in eigener Sache« ermöglicht. Es besteht auch die Möglichkeit, Menschen zu befragen, die professionell auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit arbeiten. Auf Wunsch werden Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Eltern mit einbezogen. Projekttage werden ab Klasse 8 in allen Schultypen angeboten. Seit 2001 wurden 45 Regionalgruppen in fast allen Bundesländern aufgebaut (Übersicht: www.verrückt-na-und.de/team.html), die das Projekt in ihrer Region selbstständig durchführen. Im Netzwerk engagieren sich zahlreiche »Expertinnen und Experten in eigener Sache« und mehr als hundert Moderatorinnen und Moderatoren, die die Schulprojekte ehrenamtlich betreuen. Auf diese Weise konnten schon viele Tausend Schülerinnen und Schüler erreicht werden. »Verrückt? Na und!« wurde mehrfach von der Universität Leipzig evaluiert und ist anerkannt als Modellprojekt für die Umsetzung des nationalen Gesundheitsziels »Gesund aufwachsen: Lebenskompetenz, Bewegung, Ernährung«. Schirmherr ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Beispiel Regionalgruppe Gelsenkirchen

Das Präventionsfachteam »Nienhof – Verein zur Förderung psychosozialer Arbeit e. V.« startete mit Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen 2010 die Aufklärungsinitiative »Verrückt? Na und!« mit der Gründung eines gleichnamigen Schulprojekts. Da der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Schulklassen des Ruhrgebiets oft sehr hoch ist, spielt dieser Aspekt stets eine große Rolle. Um Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen und Migrationshintergrund, die ambulante Versorgungsangebote nur selten nutzen, besser erreichen zu können, hat der Nienhof in Kooperation mit dem Internationalen Migrantenzentrum (IMZ) der AWO Gelsenkirchen neben dem Schulprojekt eine »kultursensible (türkische) Präventionsarbeit zur Förderung seelischer Gesundheit« für (erwachsene) türkische Migrantinnen und Migranten entwickelt. Hier werden vielfältige Informations- und Aufklärungsveranstaltungen in Migrantenorganisationen und anderen kooperierenden Einrichtungen durchgeführt.

Weitere Informationen und Materialien

Auf der Website www.irrsinnig-menschlich.de finden sich zahlreiche Materialien wie die Wanderausstellung »Wie geht’s?«, eine Hilfebox, ein Info-Pocket-Guide für Jugendliche, ein Krisen-Ausweg-Weiser für junge Leute, DVDs und vieles mehr.

Tagungsdokumentation „Gesund aufwachsen in vielen Welten – Förderung der psychosozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“

Aufgaben: Konzeption, Texterstellung
Stichworte: Gesundheit, Kinder und Jugendliche, Migration
Auftraggeber: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Jahr: 2012
Umfang: 62 Seiten
Kooperationspartner: Beispiel

aHa-Texte
Text, Konzeption und Gestaltung

Sachsenring 2–4
50677 Köln

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