Sexualpädagogik in Hessen

Broschüre

Sexualpädagogik in Hessen

Über die Broschüre

Sexualpädagogik ist eine grundlegende Lebensenergie, eine wichtige Quelle von Lebenszufriedenheit. Nach unserer Überzeugung sind alle Menschen von Beginn an sexuelle Wesen – unabhängig davon, in welcher Art und Weise sie das Sexuelle zum Ausdruck bringen können.

Zugleich sehen wir die Sexualität keineswegs auf die genitale Sexualität oder auf den Geschlechtsverkehr beschränkt. Die Sexualität ist aufs Engste verbunden mit dem Bewusstsein vom eigenen Geschlecht. Sie ist sowohl Teil als auch Ausdruck der persönlichen Beziehungsgeschichte, der Geschlechtergeschichte, Körpergeschichte und Bedürfnisgeschichte. Das heißt, sie entwickelt und wandelt sich weitgehend durch Erfahrungen in nichtsexuellen Lebensbereichen: Was Mädchen und Jungen empfinden, wenn sie etwa in die Pubertät kommen, wonach sie sich sehnen, wovor sie sich fürchten, was sie erregt und abschreckt ist auch Ausdruck und vorläufiges Ergebnis ihrer bisherigen Lebenserfahrung. Sexuelles Glück ist etwas zutiefst Subjektives, weshalb uns auch der selbstgewählte Verzicht auf Sexualität nicht kritikwürdig ist.

Sozialpädagogik kann einen Raum zur Verfügung stellen, in dem auch Schwieriges und Peinliches leichter zu bereden ist als sonst im Alltag. Jedem „Ding“ einen Namen geben zu können, damit das Sprechen über den eigenen Körper und die Lust ein wenig leichter fällt, ist uns ein wichtiges sexualpädagogisches Ziel.

Zugleich setzen wir Orientierungsbojen im weiten und unübersichtlichen Meer der vielfältigen Informationen und Meinungen zur Sexualität. Dazu gehört auch, sexuelle Themen gesellschaftskritisch zu hinterfragen. Mit unseren sexualpädagogischen Angeboten stillen wir das (oft heimliche) Wissensbedürfnis von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern. Wir freuen uns über jeden lebendigen Austausch, aber selbstverständlich darf es immer auch eher Passive und Ruhige geben. Jungen und Mädchen, die nur zuhören möchten, sind uns ebenso willkommen wie laute, temperamentvolle und aktive Jugendliche.

Unabdingbar ist der respektvolle Umgang miteinander, Schamgrenzen sind ebenso zu beachten wie das Recht auf Eigensinn und Privatheit – gerade in einer Welt allgegenwärtig veröffentlichter Sexualität. Auch Humor spielt eine wichtige Rolle. Es darf jederzeit ‚schamhaft befreiend’ gelacht werden, denn es soll keine aufklärerische Verkniffenheit aufkommen. Aus diesem Grund werten wir Jugendsprache im Sexuellen nicht ab. Wenn es uns pädagogisch sinnvoll erscheint, arbeiten wir auch mit ihr.

Unser Anspruch ist die fachlich gesicherte Information und das einfühlsame Eingehen auf die Bedürfnisse aller Rat- und Informationssuchenden. Wir möchten Diskussion und Austausch fördern und den Dialog ermöglichen: Was denkt und fühlt mein Gegenüber? Wo verlaufen meine und seine Grenzen? Wir helfen, den eigenen Standpunkt zu finden, akzeptieren die Vielfalt von Meinungen, benennen aber auch unseren Standpunkt als Fachleute.

Aufgaben: Fachliche Beratung, Konzeption, Texterstellung
Stichworte: Sexualpädagogik
Auftraggeber: pro familia Landesverband Hessen
Jahr: 2011
Umfang: 24 Seiten

aHa-Texte
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